Der Einfluss der Reformation auf die Mädchen- und Frauenbildung in Ungarn. Eine Spurensuche

Autorin: 
Monika Solymar

In meinem Vortrag möchte ich der Frage nachgehen, ob und inwiefern die reformatorischen Gedanken die Mädchen- und Frauenbildung in Ungarn beeinflusst haben. In drei Epochen und in drei unterschiedlichen Themenbereichen stelle ich Einflüsse der reformatorischen Gedanken auf die Mädchen- und Frauenbildung in Ungarn exemplarisch dar. Auf diesem Hintergrund können sowohl Frauenbilder und Frauenrollen im Wandel der Zeit als auch einige Fragen des Primarbereiches und der mittleren und höheren Stufen der Frauenbildung in Ungarn vorgestellt und mit den reformatorischen Gedanken in einen Zusammenhang gebracht werden.

Frauen – Reformation – Bildung

Zuerst gehen wir in die Zeiten der Reformation, in das 16. Jahrhundert zurück. Die Forderung der obligatorischen, öffentlichen Bildung für alle hat Martin Luther erhoben. In seiner Schrift „An die Ratherren aller Städte deutschen Lands, dass sie christliche Schulen aufrichten und erhalten sollen” hat er im Jahr 1524 gefordert, dass in allen Orten Schulen für alle, gleichermaßen für Knaben und für Mädchen gegründet werden sollen.