Reformation und Frauenleben am Anfang des 15. Jahrhunderts und an der Wende zum 16. Jahrhundert in Böhmen

Autorin: 
Eva Melmukova
Test Alt
Jan Hus predigt in der Bethlehem-Kapelle: Reproduktion eines Holzschnittes von Ulrich Hutten: Processus consistorialis martyrii Jo. Huss... 1525

Schon Anfang des 15. Jahrhunderts gab es in Böhmen reformatorische Gedanken. Alle reformatorischen Bewegungen in Europa verbindet die Berufung auf die Bibel und gleichzeitig die Betonung der unmittelbaren Beziehung des Menschen zu Gott. Die tschechische Reformation ist besonders mit dem Namen von Johannes (Jan) Hus und mit seiner bekanntesten Wirkungsstätte, der Bethlehem-Kapelle in Prag, verbunden. Die Stadt Mladá Boleslav / Jungbunzlau wurde durch die Unterstützung von Johanna von Krajek und ihrer Familie zum geistlichen und kulturellen Zentrum, es entstanden ein Gemeindehaus, eine Schule, eine Druckerei und ein Zentralarchiv. Die Reformation hat für Frauen, die vorwiegend Ehefrauen und Mütter waren, neue Impulse gesetzt. Die Bibel spielte in ihrem Leben eine zentrale Rolle. Es gab auch Frauen, die „gepredigt“ haben, zwar nicht offiziell in der Kirche, aber bei der Verkündigung des Evangeliums und bei der Auslegung biblischer Texte. Oft waren es unabhängige unverheiratete Frauen, die nicht das Leben einer Nonne im Kloster gewählt hatten, sondern autonom lebten. Die Frauen in Böhmen konnten über ihre Besitzgüter frei verfügen, manche wurden Stifterinnen und Spenderinnen. Besonders wichtig war die Unterstützung der Frauen bei der Finanzierung des Buchdruckes.

Porträts

Stellvertretend werden die drei tschechischen Reformatorinnen Anna von Frimburg, Agnes von Štítné und Johanna von Krajek porträtiert. Im Rahmen der Gruppenarbeit haben Sie die Möglichkeit anhand der drei Biografien Einblick in das Leben von selbständigen gläubigen Frauen zu erlangen. Sie lernen drei Frauen kennen, die auf ihre Weise die Reformation unterstützten.