Reformation und Frauenleben im 16. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Slowakei

Autorin: 
Eva Oslikova
Baronin Elisabeth Czobor

Die Reformation war im Gebiet der heutigen Slowakischen Republik bereits Anfang des 16. Jahrhunderts verbreitet. Martin Luthers Lehre kam über verschiedene Wege in das Land und die Gedanken der Reformatoren waren schon 1517 bekannt. Viele Deutsche, die in Bergbaustädten und anderen Gebieten arbeiteten und lebten, pflegten nach wie vor Kontakte zu ihrer ehemaligen Heimat. Zentren reformatorischen Austauschs war der Königshof Budin / Budyně, sowie die deutschen Enklaven in den Bergbaustädten. Sie bildeten den ökonomischen Hintergrund für die Verbreitung evangelischer Ideen. Diese Städte waren ökonomisch selbständig und in der Lage, Schulen zu finanzieren, Lehrer und Pfarrer anzustellen, die die reformatorischen Gedanken verbreiteten. Das Leben von Frauen – unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Zugehörigkeit - wurde durch Normen geprägt, die dem Mann die führende Rolle zusprach. Ihre wichtigste Aufgabe war es, sich um die Familie zu sorgen. Solange eine Frau unverheiratet war, regelte der Vater oder der Bruder ihr Leben, nach der Vermählung übernahm diese Aufgabe ihr Ehemann. Trotzdem gab es auch in dieser Zeit mutige Frauen, die die von der Gesellschaft angeordneten Grenzen übergeschritten.

Porträt: Elisabeth Czobor

Als Beispiel einer slowakischen Reformatorin wird Baronin Elisabeth Czobor porträtiert. Sie heiratete im Alter von 14 Jahren den Baron Georg Thurzo. Die Baronin zeichnete sich als geschickte Geschäftsfrau und Kräuterkennerin aus. In der Gruppenarbeit können Sie mehr über das Leben der Frauen in der Slowakei im 16.Jahrhundert und die Baronin erfahren, die die Verbreitung der Reformation unterstützte und vor allem die Bildung förderte.