Reformation und Frauenleben im 16. Jahrhundert in Kärnten/Österreich

Autor: 
Alexander Hanisch-Wolfram
Anna Neumann - Das Portrait hängt im Museum der Stadt Villach

Verbindungspunkte zwischen der von Wittenberg ausgehenden Reformation und Kärnten waren von Anfang an gegeben. Studenten, Handwerker oder Kaufleutentrugen zur Ausbreitung der Ideen der Reformatoren bei. Anfänglich herrschte eine weitgehend friedliche Koexistenz des evangelischen und des katholischen Glaubens, erst ab Mitte des 16. Jahrhunderts bestand ein zunehmender Druck auf die Protestanten, ihren Standpunkt zu verdeutlichen. Seine Hochblüte erlebte der Kärntner Protestantismus gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Bis heute sichtbar sind die zahlreichen Bauprojekte, die vor dem Hintergrund der Reformation umgesetzt wurden. Der evangelische Adel errichtete Anwesen als Ausdruck des eigenen Machtbewusstseins wie der religiösen Gesinnung. Dass man aber von einem „evangelischen Kärnten“ sprechen kann und das Land evangelisch geprägt war, lag nicht zuletzt daran, dass der Adel evangelisch gesinnt war und die Landstände den wesentlichen Machtfaktor des Landes bildeten. Im Kärnten des 16. Jahrhunderts lebte keine weibliche Persönlichkeit, die als Reformatorin eingestuft werden könnte, jedoch übten die Adelsfamilien erheblichen Einfluss auf einzelne Pfarren bzw. Kirchen aus. Frauen kamen immer wieder gewichtige Positionen zu, sich für die Reformation zu engagieren.

Porträt Anna Neumann

Mit der Kärntner Adeligen Anna Neumann (1535 – 1623) wird eine überzeugte Protestantin porträtiert. Sie war eine schillernde Persönlichkeit ihrer Zeit, war insgesamt sechs Mal verheiratet und wählte ihre Verwalter nach konfessionellen Gesichtspunkten aus. Im Rahmen der Gruppenarbeit können Sie erarbeiten, wie sich die Ideen der Reformation gebildet haben, dieses Mal können Sie sowohl den Blick auf den Einfluss des Adels zielen als auch diskutieren, ob Frauen die Reformation anders gefördert haben als Männer?