Reformation und Frauenleben im 16. Jahrhundert in Deutschland

Autorin: 
Cornelia Schlarb
Katharina Zell - Wandmalerei am „Reformationsgarten” – Das Künstlerhaus in der Schillerstraße 32–42 in Wittenberg

Die Reformation im 16.Jahrhundert reichte in alle Bevölkerungsteile und fand eine große Anhängerschaft bei den Bürgerinnen und Bürgern, dem ansässigen Adel und unter der bäuerlichen Anhängerschaft. Die Zeit war reif für Reformen in Kirche und Gesellschaft. Der Humanismus hatte den Weg dafür bereitet, die neue Buchdruckerkunst und Martin Luthers Aktivitäten sorgten für eine schnelle Verbreitung der neuen Ideen. Schon 1520 erschienen Martin Luthers drei so genannte reformatorische Hauptschriften. Insbesondere Luthers Freiheitsschrift inspirierte Männer wie Frauen, von ihrer christlichen Freiheit auch Gebrauche zu machen und sie in die Tat umzusetzen. Für die Frauen wirkte sich dieses neue Ideal- und Leitbild ambivalent aus, zumal auch das reformatorische Eheverständnis die Unterordnung der Frau unter den Mann vorsah. Sie erfahren über das reformatorische Eheverständnis sowie über das Leben von Frauen in klösterlichen Gemeinschaften und die Auswirkungen auf ihr Leben nach deren Auflösung.

Katharina Schütz Zell, Laientheologin und Reformatorin in Strassburg

Unter den reformatorisch wirksamen Frauen in Deutschland wird Katharina Zell, geborene Schütz (1497 – 1562), vorgestellt. Sie war als Laientheologin tätig, predigte, verfasst Schriften und veröffentlichte reformatorische Gedanke. Im Rahmen der Gruppenarbeit erarbeiten Sie Perspektiven des Frauenlebens während der Reformationszeit in Deutschland. Anhand Katarina Schütz Schriften erfahren Sie welche Inhalte protestantischer Erziehung für sie wichtig waren und auf welche Weise und an welchen Orten protestantische Erziehung stattfinden sollten.